KUNST IN ECHT

Tagesexkursionen im Sommersemester 2026

Nordrhein-Westfalen verfügt über eine dichte und sehr hochkarätige Museumslandschaft. Das Lehrgebiet Gestaltung & Gestaltungstheorie nimmt diesen Umstand zum Anlass, über das Sommmersemester hinweg eine Reihe von Tagesexkursionen zu ausgesuchten und leicht erreichbaren Museen und Ausstellungen anzubieten. Das Angebot richtet sich an Studierende des Bachelor- wie des Masterstudienganges. Die Zielorte sowie die Anzahl der Exkursionen sind frei wählbar. Studierende des Bachelors können sich die Exkursionstage anrechnen lassen.

Die Exkursionen werden organisiert und begleitet von Anne Arndt, wissenschaftliche Mitarbeiterin des Lehrgebiets. Vor Ort gibt es eine allgemeine Einführung in die Ausstellungen,  ausgesuchte künstlerische Arbeiten werden im Detail diskutiert. Zudem bieten die Exkursionen die Möglichkeit, sehr unterschiedliche Museumsbauten kennenzulernen. Bitte Skizzenbuch mitbringen.

Die Teilnehmer:innenzahl pro Exkursion ist auf 20 Studierende begrenzt. 

Die Anmeldung erfolgt über unisono oder per Mail an arndt@architektur.uni-siegen.de. Bitte Matrikelnummer angeben.

 

26.06.2026 Düsseldorf

Kunstverein Düsseldorf

MAXIMILIANE BAUMGARTNER: PROXY – DER BÜRGER ALS PFLANZE

Das Werk Proxy – Der Bürger als Pflanze setzt sich aus drei miteinander verbundenen Kapiteln zusammen. Die Untersuchung setzt bei der langjährigen Beschäftigung der Künstlerin mit räumlichen Kontexten und deren sozialen, politischen und historischen Implikationen vor dem Hintergrund postnazistischer Strukturen an. In der vorliegenden Untersuchung wird der Umgang mit NS-Strukturen exemplarisch analysiert und erörtert, inwiefern Stadtplanung und Architektur auch lange nach 1945 ideologische und propagandistische Fragmente weiter tragen. Die Verknüpfung diverser zeitlicher und räumlicher Dimensionen führt in der Ausstellung zur Generierung übergeordneter Zusammenhänge. In den präsentierten Werkgruppen werden Fragestellungen hinsichtlich der Sichtbarkeit bzw. Nicht-Sichtbarkeit widerständiger Bildsprachen sowie der Optionen einer machtkritischen Auseinandersetzung mit Bildern und Räumen artikuliert.

Weitere Infos: 

www.kunstverein-duesseldorf.de

proxy.aktionsraeume.org  

Interview mit Maximiliane Baumgartner auf kultur.west

Eintritt 3 €

Federico Herrero / Foto: Katja Illner

Kunsthalle Düsseldorf 

WORK IN PROGRESS

Die Ausstellung ist ein fortlaufender Prozess, bei dem Wandel, Vergänglichkeit und die Spannung zwischen Sichtbarkeit und Verschwinden in den Fokus rücken. Die Besucher:innen sind eingeladen, diesen Prozess von der leeren, weißen Wand bis zur bemalten Kunsthalle zu begleiten und verschiedene künstlerische Zugänge zur Wandmalerei zu erleben. Jeder Besuch zeigt einen anderen Zustand und offenbart neue Perspektiven auf den Raum. Als eine der ältesten Formen künstlerischer Arbeit ist Wandmalerei eng mit Architektur und Öffentlichkeit verbunden und dabei zugleich Zeichnung, Malerei, Performance und räumliche Setzung. Die Wand ist dabei nicht nur Bildträger, sondern gleichzeitig Grenze, Widerstand, Projektionsfläche und Zeugin. In der Kunsthalle entsteht über fünf Monate hinweg eine Abfolge temporärer Einschreibungen, die den Ort immer wieder neu definieren und verändern. Damit widersetzt sich die Ausstellung bewusst der Logik von Dauerhaftigkeit und voll-ständiger Verfügbarkeit; sie eröffnet Raum für Prozesse, Begegnungen und das Erleben von Veränderung. Künstler:innen: Navot Miller (*1991,ISR), Rosilene Luduvico (*1969, BRA), Federico Herrero (* 1978, CRI), Stefan Marx (*1979, DE), Joëlle Dubois (*1990, BE). 

Mehr Infos: www.kunsthalle-duesseldorf.de

Eintritt 3 €

Treffpunkt 11 Uhr am Eingang Kunstverein Düsseldorf  

10.07.2026 Bonn

©AKI INOMATA

Kunstmuseum Bonn 

AKI INOMATA: MIT-WERDEN

Akiko Inomata (*1983 Tokio, lebt und arbeitet in Tokio), begreift ihre Werke als Brücke des Mit-Werdens zwischen Menschen und anderen Lebewesen. Sie lebt und arbeitet in der japanischen Hauptstadt. Zu diesem Zweck findet eine Kooperation mit diversen nicht-menschlichen Organismen statt. In ihrer Serie „Why Not Hand Over a „Shelter“ to Hermit Crabs?“ offeriert die Künstlerin Einsiedlerkrebsen 3D-gedruckte Schneckenhäuser, auf deren Oberseite sie Gebäude verschiedenster Städte ergänzt. In der vorliegenden Serie verweist die Künstlerin nicht nur auf die Verbindung und das Miteinander von Mensch, Tier und Technologie, sondern thematisiert auch Umweltveränderungen, die Bedeutung von Heimat und Nationalität sowie die Folgen von Vertreibung und Flucht. 

©︎ Hito Steyerl / VG Bild-Kunst, Bonn 2026

HITO STEYERL: ANIMAL SPIRITS 

Die Rauminstallation erinnert an einen geheimnisvollen, fremden Planeten oder an eine Tropfsteinhöhle: Projektionen von Höhlenmalereien schmücken die Wände und beleuchtete Glasgefäße mit Pflanzen hängen wie Himmelskörper von der Decke. Mit Hilfe von künstlicher Intelligenz hat die Künstlerin die historischen Höhlenmalereien zum Leben erweckt. Natur und Technik verbinden sich zu einer Flut an Sinneseindrücken aus rhythmischen Klängen und Tierdarstellungen. Im Zentrum der Installation steht der Film mit dem Titel Animal Spirits – eine Mischung aus Reality TV-Show, Dokumentarfilm und Animationen. Darin behandelt die Künstlerin unterschiedliche gesellschaftliche Entwicklungen wie die Verbreitung von Kryptowährungen, die Bedeutung von Kultur in Zeiten der Pandemie sowie die Besonderheiten verschiedener landwirtschaftlicher Systeme. Hito Steyerl (*1966 München) gilt als eine der einflussreichsten zeitgenössischen Künstlerinnen. Mit ihren Arbeiten beleuchtet sie kritisch die fortschreitende Technologisierung sowie die bestehenden Machtverhältnisse in der Gesellschaft.

Sarah-Anaïs Desbenoit / Foto: David Ertl

DOROTHEA VON STETTEN-KUNSTPREIS 2026: TOHÉ COMMARET – SARAH-ANAÏS DESBENOIT –  POL TABURET 

U.a. mit Arbeiten von Sarah-Anaïs Desbenoit (*1992). In ihren Arbeiten schafft die Künstlerin und Filmemacherin fragile Landschaften, in denen sich Architektur und Erinnerung vermischen. Sie nutzt Lichter, Sound und Miniaturen, wie beispielsweise kleine Modellhäuser, und erschafft damit Illusionsräume und Déjà-vus. Sie bildet Bahnhöfe und andere Transitzonen des Stadtraums ab, Knotenpunkte unseres alltäglichen Lebens, denen wir in den Räumen des Museums wiederbegegnen, wie alten Bekannten. So untersucht sie unsere Wahrnehmung und weckt in uns Erinnerungen an diese Orte, an denen sich Zeit anders anzufühlen scheint. Auf Figuren verzichtet sie meist. Wir sind nur mit uns selbst konfrontiert während wir uns in der geheimnisvollen Atmosphäre ihrer Erfahrungsräume verlieren.

Weitere Infos: hier

© Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland GmbH

Bundeskunsthalle Bonn

INTERACTIONS 2026

Mit Arbeiten von: Natalie Brehmer, Ólafur Elíasson, Elmgreen & Dragset, FAMED, Gerrit Frohne Brinkmann, Jeppe Hein, Carsten Höller, Constantin Luser, Thomas Mader und Christine Sun Kim, Philipp Messner, Olaf Nicolai, Temitayo Ogunbiyi, Martin Pfeifle, Bettina Pousttchi, Finnegan Shannon, Juergen Staack, Aletheia Kí Zoeÿs. Alle Werke oder Projekte beinhalten eine eigene Erzählung oder Vision, die es neben der Interaktion zu entdecken gilt. Sie machen deutlich, dass Offenheit sowohl dem individuellen als auch dem gemeinsamen Erleben dient und ein Miteinander, Toleranz und Sensibilität fördert, frei nach dem Motto „Was uns verbindet“. Somit können Verhaltensweisen und Denkmuster – manchmal spielerisch – hinterfragt werden. Interaktionen, Interventionen und Irritationen geben die Möglichkeit, an der Kunst aktiv Teilzuhaben. 

Mehr Infos: www.bundeskunsthalle.de

Treffpunkt: 11 Uhr am Eingang Kunstmuseum Bonn 

Eintritt: 10 € gesamt für beide Häuser

17.07.2026 Köln

Emil Adam: Acid Ranch 2.0

Kunsthochschule für Medien Köln – Rundgang

Die traditionelle Jahresausstellung mit einem umfangreichen Ausstellungs- und Filmprogramm, mit Konzerten, Performances und Lesungen präsentiert Werke von Studierenden und Diplomand:innen des Studiengangs Mediale Künste. Allein 30 Diplomprojekte werden im Ausstellungsparcours präsentiert – darunter Video- und Soundinstallationen, fotografische Arbeiten, Mixed-Media-Werke, Skulpturen, Malerei sowie Literarisches. Die Filmprogramme in der Aula der KHM und im Filmforum im Museum Ludwig zeigen insgesamt 42 Diplom- und Projektfilme. Zu den Highlights zählen z. B. auch zwei Kurzfilme, die erst kürzlich bei den Internationalen Kurzfilmtagen Oberhausen ihre Weltpremiere hatten. Neben den Ausstellungen bieten Ateliers, Labore und Seminare spannende Einblicke in künstlerische Arbeitsprozesse und aktuelle Projekte. Insgesamt sind mehr als 100 Werke zu entdecken. Ergänzt wird das Programm durch Lesungen, Hofkonzerte und Performances, die täglich stattfinden.

Mehr Infos: www.khm.de, Video zum Rundgang 2025 hier

Eintritt frei

Treffpunkt: U-Bahnhaltestelle Heumarkt, Köln, 11 Uhr